Cooperation and Opportunities: Germany and its relations to the African continent_an interview with Uschi Eid_President of German Africa Foundation_Deutsch_English
Anfang des Jahres veröffentlichte die Bundesregierung die “Afrikapolitischen Leitlinien 2025”. Sie verfolgt darin nach ihren Worten einen “Dialog auf Augenhöhe und langfristige Partnerschaften in einer sich transformierenden Welt.”

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Vier Schwerpunktbereiche stehen im Fokus der Zusammenarbeit: 1. Die gemeinsame Bewältigung globaler Herausforderungen, 2. Nachhaltiges Wachstum, mehr wirtschaftlicher Austausch und Unternehmenskooperation, lokale Wertschöpfung und Diversifizierung von Lieferketten, 3. Stärkung von demokratischer Resilienz sowie von Bildung, Wissenschaft und Innovation, 4. Förderung von Sicherheit, Frieden und nachhaltiger Stabilität.
Wenn es um die konkrete Umsetzung geht, stößt man schnell an Herausforderungen: Die Informationslage zu bestimmten Ländern, zu bestimmten Institutionen, der Rechtslage, der kulturellen Differenzen und nicht zuletzt der Sprache machen einen Austausch “auf Augenhöhe” nicht immer einfach. Im Gegensatz zu westlichen Partnern aber auch zu China besteht im Austausch zum Afrikanischen Kontinent ein immenser Nachholbedarf. Trotz seiner international ausgelegten Wirtschaft, der vielen international verflochtenen Institutionen und nicht zuletzt seiner reisefreudigen Bevölkerung gibt es viele Vorbehalte gegenüber dem Nachbarkontinent.
Welches Bild von Afrika haben wir? Wie baut man Beziehungen zu afrikanischen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, wenn es konkret um Politik geht? Was macht der Staatsbesuch aus afrikanischen Ländern, wenn er zu Besuch in Deutschland ist? Um dies und vieles mehr, kümmert sich seit Jahrzehnten die Deutsche Afrika Stiftung (DAS) in der Bundeshauptstadt Berlin. Unter dem Vorsitz der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Uschi Eid fördert die DAS somit ganz konkret die Beziehungen zwischen Deutschland und den Ländern des afrikanischen Kontinents. Der persönliche Kontakt und Austausch zwischen Parlamentariern und Vertretern der Zivilgesellschaft aus Afrika ist essenziell für eine faire Partnerschaft. Die Deutsche Afrika Stiftung organisiert Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Seminare etc. Der Pressespiegel zu afrikanischen Themen, der in zwei Sprachen erscheint, ist zudem einzigartig in Deutschland. Bekannt ist die DAS durch die jährliche Verleihung des Deutschen Afrika-Preises an herausragende Persönlichkeiten aus Afrika, die sich um Freiheit, Menschenrechte, Demokratie und nachhaltige Entwicklung auf dem Kontinent verdient gemacht haben. Das folgende Interview mit der Präsidentin der DAS, Dr. Uschi Eid, hat Hans Hofele geführt.

Frau Dr. Eid, was ist die Aufgabe der Deutschen Afrika Stiftung (DAS)?
Die Stiftung hat die Aufgabe, ein differenziertes Afrikabild in die Öffentlichkeit hineinzutragen. Unser Hauptadressat ist dabei der Deutsche Bundestag. Bundestagsabgeordnete brauchen für afrikapolitisch relevante Entscheidungen eine tiefere Kenntnis von den gesellschaftlichen und politischen Dynamiken, die es auf dem afrikanischen Kontinent gibt.
Wir alle haben unsere „eigenen Bilder“ von Afrika, viele auch geprägt durch die negativen Nachrichten, die aus Konfliktregionen geliefert werden: Sudan, DR Kongo, Zentralafrikanische Republik. Diese Bilder werden dann allzu gerne auf den ganzen Kontinent übertragen und man vergisst dabei, dass es 54, sehr unterschiedliche Länder sind. Dieses undifferenzierte Afrikabild müssen wir verändern, die Medien müssen besser und realitätsgetreuer über Afrika berichten.
Wir sind als DAS keine Implementierungsorganisation, wir sind eine Plattform für Diskussionen und für gegenseitigen Austausch. Zu aktuellen Themen organisieren wir Konferenzen oder Fachgespräche beispielsweise zu den Themen Wahlen, Landwirtschaft oder Medizin, auch virtuell. Wenn afrikanische Delegationen nach Deutschland eingeladen sind, organisieren wir Begegnungen mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages dabei sind neben Parlamentariern auch hochrangige Regierungsvertreter, so zum Beispiel die kenianischen Präsidenten William Ruto und sein Vorgänger Uhuru Kenyatta oder Präsident Félix Tshisekedi aus der DR Kongo oder auch König Letsie III von Lesotho. Wir organisieren Begegnungen mit Hilfe verschiedener Formate, dazu zählen auch parlamentarische Frühstücke und Diskussionsrunden. Wir achten immer darauf, dass afrikanische Experten und Expertinnen dabei sind; außerdem kooperieren wir sehr eng mit der Diaspora in Deutschland.

Bekannt wurde die DAS durch die Vergabe des Deutschen Afrika-Preises. Was wollen Sie damit bewegen?
Wir organisieren, auch um die Presse und Öffentlichkeit am Thema „Afrika“ zu interessieren und um zu einem differenzierten Afrikabild beizutragen, seit über dreißig Jahren diesen Preis, der in der Regel im Herbst vergeben wird. Wir haben eine unabhängige Jury, die dem Vorstand einen Vorschlag unterbreitet, dem wir in der Regel folgen. Der Deutsche Afrika-Preis dient der Förderung von herausragenden afrikanischen Persönlichkeiten, die sich um gesellschaftliche Belange wie Frieden, Demokratie, sozialer Marktwirtschaft, Umwelt, Forschung, Unternehmertum, Kultur und Menschenrechte verdient gemacht haben. Die Preisträger sind damit nicht nur Vorbilder in ihren eigenen Ländern, sondern auch wir in Deutschland können von ihrem Engagement und Wissen lernen. Zu diesen Persönlichkeiten zählen Aktivistinnen wie Waris Dirie aus Somalia, aber auch der ehemalige Präsident von Botswana, Sir Ketumile Quett Masire, ist dabei wie auch die beiden Medizinwissenschaftler Prof. Tulio de Oliveira (Südafrika) und Dr. Sikhulile Moyo (Botsuana), die die Omikronvariante des COVID-Virus entdeckt haben. Seit ein paar Jahren vergeben wir auch einen Ehrenpreis, vorwiegend an Menschen in Deutschland, die sich in besonderer Weise um die Kooperation mit afrikanischen Partnern verdient gemacht haben.

Frau Dr. Eid, Sie sind seit vielen Jahren Präsidentin der DAS, davor waren Sie persönliche Afrikabeauftragte von Bundeskanzler Schröder. Wie kam es dazu?
Um die Jahrtausendwende gab es eine Reihe reformorientierter afrikanischer Staats- und Regierungschefs, die eine gemeinsame Reformstrategie, die „New Partnership for Africa´s Development”, kurz NEPAD, erarbeitet und diese auf Einladung der G8 auf dem G8-Gipfel in Genua 2001 vorgestellt haben. Das kam gut an. Daraufhin wurden Afrikabeauftragte seitens der G8-Staaten und NEPAD-Beauftragte auf afrikanischer Seite bestellt, die sich in den folgenden Jahren regelmäßig getroffen haben, um einen Unterstützungsplan der G8 für NEPAD auszuarbeiten. Dieser sogenannte G8-Afrika-Aktionsplan wurde dann auf dem G8-Gipfel 2002 in Kananaskis/Kanada den afrikanischen Reformpolitikern überreicht. Diese afrikanischen Reformer wollten damals schon, dass der Kontinent aus der Ecke des Entwicklungshilfeempfänger-Kontinents herausgeführt wird und sich wirtschaftlich stärker entwickeln kann, um sich dann in die Weltwirtschaft zu integrieren. Vor diesem Hintergrund und auf der Grundlage der engen Kooperation mit den afrikanischen Kollegen, ist bei mir die Erkenntnis gewachsen, dass wir viel stärker wirtschaftlich kooperieren müssen.
Wie soll diese Kooperation aussehen?
Deutsche Unternehmen müssen grundsätzlich auf dem Kontinent viel präsenter sein. Das heißt einmal, dass sie stärker in Afrika investieren aber wichtiger noch ist, dass sie mit lokalen afrikanischen Unternehmen zusammenarbeiten. Wichtig ist, dass wir nicht nur Rohstoffe aus Afrika importieren, sondern dort Wirtschaftskreisläufe unterstützen, die Wertschöpfung vor Ort stärken und Arbeitsplätze schaffen. Deutschland ist stark in verschiedensten Technologien, im Maschinenbau, der Medizintechnik. Unsere Unternehmen können mithelfen, damit diese Länder vor Ort ihre Ressourcen verarbeiten können. Das stärkt die Wertschöpfung im Land und den regionalen Handel. Damit hängt zusammen, dass die Berufsbilder entsprechend angepasst werden, und die Berufsbildung vor Ort unterstützt wird.
Wir stellten fest, dass es auf der deutschen Seite eine ganze Reihe von Interessenten gibt, aber die Beratungs– und Unterstützungsangebote auf deutscher Seite sind sehr unübersichtlich, da sie in verschiedenen Ministerien angesiedelt sind Deshalb schlägt die DAS vor, im Wirtschaftsministerium eine klare Ansprechperson für Außenwirtschaft zu benennen, so dass alle wissen: da können wir uns hinwenden.
Das könnte z.B der neue parlamentarischer Staatssekretär, Stefan Rouenhoff, sein, der war bei der CDU als Abgeordneter federführend für die Ausarbeitung einer Afrikastrategie. Ich hoffe, dass er eine solche Funktion als Ansprechpartner für Außenwirtschaft mit Afrika einnehmen wird.
Wir sollten uns als Deutsche nicht übernehmen aber auch nicht zu bescheiden sein. Afrikanische Partner finden uns immer zu zögerlich: „Ihr habt einen guten Namen, ein hohes Ansehen, wir würden uns mehr Investitionen wünschen! “Made in Germany“ ist immer noch sehr gefragt.
Wirtschaftspolitik mit Afrika war früher vor allem Entwicklungspolitik. Wer eine stärkere Fokussierung auf die Wirtschaft wollte, wurde dafür oft kritisiert oder angegriffen.
Das war schon unter Minister Dirk Niebel (FDP) so, der von 2009 bis 2013 im Amt war. Ich fand die Kritik völlig ungerechtfertigt, weil die traditionelle Entwicklungskooperation mehr und mehr von afrikanischer Seite hinterfragt wird. Wir haben vor Ort meist gut ausgebildete junge Leute, die sehen auch, dass Entwicklungsprogramme oft „Soft Power“ fördern, also Good Governance beispielsweise. Die jungen Leute brauchen aber vor allem Jobs, sie wollen eine sichere Zukunft für eine eigene Familie. Unsere Mittelständische Industrie wäre sehr gut geeignet in Afrika mit entsprechenden lokalen Partnern zu kooperieren. Die Diaspora könnte hierbei ein sehr guter Brückenbauer sein, um noch etwas zögerlichen Mittelständlern Mut zu machen, mit Partnern in Afrika in entsprechende Geschäfte einzusteigen.
Unsere afrikanischen Partner fordern uns immer wieder auf: seht die Türkei, China und Indien nicht als Konkurrenten, seht sie lieber als Kooperationspartner; bringt euer deutsches Knowhow in trilateralen Projekten dort ein, das könnte produktiv sein.
Wir sollten uns als Deutsche nicht übernehmen aber auch nicht zu bescheiden sein. Afrikanische Partner finden uns immer zu zögerlich: „Ihr habt einen guten Namen, ein hohes Ansehen, wir würden uns mehr Investitionen wünschen! “Made in Germany“ ist immer noch sehr gefragt.

Geht es um wirtschaftliche Zusammenarbeit, ist die Kritik an den politischen Verhältnissen vor Ort meist nicht weit. Wie sehen Sie diesen Zusammenhang?
Neue Firmen, die im Ausland produzieren, müssen in afrikanischen Ländern Fuß fassen, sie müssen sich dort heimisch fühlen, so wie man sich in Rumänien oder China heimisch fühlt. Nehmen wir Kenia oder Ruanda, da kommt dann immer gleich die Menschenrechtskeule. Ich kenne Ruanda etwas und war seit dem Ende des Völkermordes einige Male dort. Mir wurde bewusst, dass man jedes Land im eigenen historischen Kontext sehen und verstehen muss. Das nehmen wir als Deutsche auch für uns in Anspruch. Ruanda hat sich nach dem Völkermord erfolgreich entwickelt, auch wenn viele die eiserne Hand von Präsident Kagame kritisch sehen.
Gilt das auch für die neuen Regime in der Sahel-Region, Burkina Faso, Mali oder den Tschad?
Was die Entwicklung der Demokratie betrifft: es ist die Entscheidung der Menschen dort. Wir haben durch unsere Kooperationen nicht nur die Möglichkeit mit der Zentralregierung eines Landes zusammen zu arbeiten, sondern auch mit lokalen Strukturen. Mit denen, die noch funktionsfähig sind. Wir hatten Städte- und Gemeindepartnerschaften mit Burkina Faso, die letzte malische Botschafterin in Deutschland, Oumou Sall Seck, eine ganz beeindruckende Frau, ist jetzt Ministerin in Mali. Mit ihr z.B. den Kontakt aufrechtzuerhalten, fände ich durchaus überlegenswert. Wir sollten gegenüber Staaten wie Mali und Burkina Faso nicht strengere Maßstäbe anlegen als beispielsweise an Saudi-Arabien.
Man muss ja keine Budget-Hilfe geben. Ich finde es wichtig, dass man Gesprächskanäle offenhält, Wissenschaftskooperationen betreibt, Stipendien weiterhin vergibt. Es gibt Ebenen unterhalb einer Regierung, mit denen man die Zusammenarbeit stärker ausbauen kann. Das geht vor allem über persönliche Bekanntschaften, zu nennen wären hier auch Gemeinde-, Universitäts-, oder Schulpartnerschaften, so dass Menschen hierherkommen und wir dorthin.

Deutschland hat oft Frankreich und Großbritannien den Vortritt gelassen, hat aus Rücksicht darauf wenig eigenständig gehandelt in dieser Region. Jetzt sagen sich diese Nationen, vom Senegal bis Mali, los von Frankreich. Gefahr oder Chance?
Deutschland und Frankreich sind befreundete Nationen, aber wenn es um Afrikapolitik geht, ist es nicht angeraten, mit den Franzosen gemeinsam dort aktiv zu werden. Das raten uns auch afrikanische Gesprächspartner.
Die Rücksichtnahme auf europäische Partner war lange Tradition; Frankreich und England waren in Europa zuständig für Afrika, Deutschland für Osteuropa; diese Tradition müssen wir jetzt durchbrechen.
Es geht ja nicht darum, mit den Junta-Chefs zusammenzuarbeiten. Aber: Menschen, die in regierungsfernen Strukturen arbeiten, kann man unterstützen, fortbilden. Man sollte die Kontakte nicht völlig abbrechen. Auch Parlamentarier z.B. können hier eine wichtige Rolle spielen.
Ein großer Hemmschuh im Austausch mit Afrika ist die Visa-Problematik. Viele Afrikanerinnen und Afrikaner, die nach Deutschland zu Besuch kommen wollen, sehen sich mit einer restriktiven Visa-Politik konfrontiert. Wird sich Ihrer Meinung nach daran etwas ändern?
Das sehen wir als DAS selbst, wenn wir Gäste aus Afrika haben, die ein Visum nur für eine begrenzte, genau festgelegte Aufenthaltsdauer haben. Ändert sich etwas im Programm, ist es uns nahezu unmöglich, über diesen Zeitraum hinaus noch Termine zu organisieren, weil die Gäste nicht länger dableiben dürfen. Wir vergeben uns dadurch große Chancen. Wir vergraulen Menschen, die uns gegenüber eigentlich positiv eingestellt sind, weil wir ihnen mit Misstrauen begegnen. Diese Erschwernis des Zugangs für Afrikanerinnen und Afrikaner durch eine ganz restriktive Visapolitik vergibt große Chancen auf einen positiven Austausch. Das zeigt auch, dass wir nicht genug Neugierde haben im Hinblick auf unsere Nachbarn. Das ist eine sehr ungute Entwicklung und es ist dringend erforderlich, dass wir diese Visapolitik verändern. Auch die Reform der Anerkennung von Qualifikationen, die in anderen Ländern erworben werden, gehört dazu. Die Nichtanerkennung ist ebenfalls ein sehr großes Hindernis, wenn es um Zuwanderung von Experten geht.

Haben Sie Ihren Optimismus in all den Jahren behalten?
Manche unterstellen mir einen naiven Optimismus in Bezug auf Afrika. Sicherlich gibt es kritische Entwicklungen, Äthiopien könnte ein Pulverfass werden, der Sudan mit seinem kriegerischen Konflikt, die Gewaltausbrüche im Osten der DR Kongo, Südafrika mit seiner Korruption, das will ich gar nicht negieren. Ich meine, dass die Gesellschaft, die Bürgerinnen und Bürger dort dafür sorgen müssen, dass sich die Dinge vor Ort verändern. Ich bin immer skeptisch, wenn man überall Demokratie einfordert; für mich ist die Rechtsstaatlichkeit viel wichtiger. Dass alle Menschen vor dem Recht gleich sind. Demokratie im eigentlichen Sinne bedeutet dass die Mehrheit bestimmt Wie das geschieht wird in unterschiedlichsten Wahlverfahren festgelegt – siehe allein die unterschiedlichen Verfahren z.B. in Deutschland, Frankreich und England. Auch ist die Verfasstheit von Staaten unterschiedlich: es gibt Zentralstaaten, föderale Staaten auch Monarchien haben wir noch in Europa. Das sind alles Dinge, die die Menschen dort selbst entscheiden müssen. Wir müssen nicht immer meinen, dass wir dort „Demokratien“ einfordern müssen. Das müssen die Bürgerinnen und Bürger selbst machen. Ich bleibe optimistisch, dass dies auch gelingt.

INFO
Dr. Uschi Eid, Präsidentin der DAS
Dr. Uschi Eid war 20 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages, Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) (1998 – 2005) und Persönliche Afrikabeauftragte von Bundeskanzler Schröder. Sie verbrachte beruflich drei Jahre in Eritrea und ist seit 2015 Präsidentin der DAS.
https://www.deutsche-afrika-stiftung.de/
copyright: cultureafrica.net 2025

ENGLISH VERSION
At the beginning of the year, the German government published its “Africa Policy Guidelines 2025”. In its words, it is pursuing a “dialog at eye level and long-term partnerships in a transforming world.”
Cooperation focuses on four priority areas: 1. jointly tackling global challenges, 2. sustainable growth, more economic exchange and business cooperation, local value creation and diversification of supply chains, 3. strengthening democratic resilience as well as education, science and innovation, 4. promoting security, peace and sustainable stability.
When it comes to concrete implementation, challenges are quickly encountered: The information situation regarding certain countries, certain institutions, the legal situation, cultural differences and, last but not least, language do not always make an exchange “at eye level” easy. In contrast to Western partners, but also to China, there is a huge amount of catching up to do in terms of exchange with the African continent. Despite its internationally oriented economy, the many internationally interlinked institutions and, last but not least, its travel-friendly population, there are many reservations about the neighboring continent.

What image do we have of Africa? How do we build relationships with African representatives from politics, business and society when it comes to concrete politics? What do state visitors from African countries do when they visit Germany? The German Africa Foundation (DAS) in the German capital Berlin has been dealing with this and much more for decades. Under the chairmanship of former Member of the German Bundestag Dr. Uschi Eid, the DAS promotes relations between Germany and the countries of the African continent. Personal contact and exchange between parliamentarians and representatives of civil society from Africa is essential for a fair partnership. The German Africa Foundation organizes events such as lectures, readings, panel discussions, seminars, etc. The press review on African topics, which is published in two languages, is also unique in Germany. The DAS is known for its annual awarding of the German Africa Prize to outstanding personalities from Africa who have rendered outstanding services to freedom, human rights, democracy and sustainable development on the continent. The following interview was conducted by Hans Hofele.

Dr. Eid, what is the mission of the German Africa Foundation (DAS)?
The Foundation has the task of presenting a differentiated image of Africa to the public. Our main target group is the German Bundestag. Members of the Bundestag need a deeper knowledge of the social and political dynamics that exist on the African continent in order to make decisions relevant to Africa policy.
We all have our “own images” of Africa, many of them shaped by the negative news coming out of conflict regions: Sudan, DR Congo, Central African Republic. These images are then all too readily transferred to the entire continent, forgetting that there are 54 very different countries. We must change this undifferentiated image of Africa; the media must report better and more realistically about Africa.
As DAS, we are not an implementation organization, we are a platform for discussion and mutual exchange. We organize conferences or expert discussions on current topics, for example on elections, agriculture or medicine, also virtually. When African delegations are invited to Germany, we organize meetings with members of the German Bundestag, including parliamentarians and high-ranking government representatives, such as Kenyan President William Ruto and his predecessor Uhuru Kenyatta, President Félix Tshisekedi from the DR Congo and King Letsie III of Lesotho. We organize meetings in various formats, including parliamentary breakfasts and discussion rounds. We always make sure that African experts are present; we also cooperate very closely with the diaspora in Germany.
DAS became known for awarding the German Africa Prize. What do you want to achieve with it?
We have been organizing this prize, which is usually awarded in the autumn, for over thirty years, also to interest the press and the public in the topic of “Africa” and to contribute to a differentiated image of Africa. We have an independent jury that submits a proposal to the Executive Board, which we usually follow. The German Africa Prize serves to promote outstanding African personalities who have rendered outstanding services to social issues such as peace, democracy, the social market economy, the environment, research, entrepreneurship, culture and human rights. The award winners are not only role models in their own countries, but we in Germany can also learn from their commitment and knowledge. These personalities include activists such as Waris Dirie from Somalia, but also the former President of Botswana, Sir Ketumile Quett Masire, as well as the two medical scientists Prof. Tulio de Oliveira (South Africa) and Dr. Sikhulile Moyo (Botswana), who discovered the Omicron variant of the COVID virus. For a few years now, we have also been awarding an honorary prize, mainly to people in Germany who have made a special contribution to cooperation with African partners.

Dr. Eid, you have been President of DAS for many years, before that you were Chancellor Schröder’s personal representative for Africa. How did that come about?
At the turn of the millennium, a number of reform-oriented African heads of state and government developed a joint reform strategy, the “New Partnership for Africa’s Development”, or NEPAD for short, and presented it at the G8 summit in Genoa in 2001 at the invitation of the G8. This was well received. As a result, Africa representatives were appointed by the G8 states and NEPAD representatives on the African side, who met regularly in the following years to draw up a G8 support plan for NEPAD. This so-called G8 Africa Action Plan was then presented to the African reform politicians at the 2002 G8 summit in Kananaskis/Kananda. Even then, these African reformers wanted the continent to be led out of the corner of the aid recipient continent and to be able to develop more strongly economically in order to integrate itself into the global economy. Against this background and on the basis of the close cooperation with my African colleagues, I have come to realize that we need to cooperate much more economically.
What form should this cooperation take?
German companies need to be much more present on the continent. On the one hand, this means investing more in Africa, but more importantly, it means working with local African companies. It is important that we not only import raw materials from Africa, but also support economic cycles there, strengthen local value creation and create jobs. Germany is strong in a wide range of technologies, in mechanical engineering and medical technology. Our companies can help to ensure that these countries can process their resources locally. This strengthens value creation in the country and regional trade. This is linked to the fact that job profiles are adapted accordingly and vocational training is supported locally.
We found that there is a whole range of interested parties on the German side, but the advisory and support services on the German side are very confusing as they are located in different ministries.
This could, for example, be the new Parliamentary State Secretary, Stefan Rouenhoff, who, as a member of parliament for the CDU, was in charge of developing an Africa strategy. I hope that he will take on such a role as a contact person for foreign trade with Africa.
Economic policy with Africa used to be primarily development policy. Those who wanted a stronger focus on the economy were often criticized or attacked for this.
This was already the case under Minister Dirk Niebel (FDP), who was in office from 2009 to 2013. I found the criticism completely unjustified, because traditional development cooperation is being questioned more and more from the African side. We mostly have well-educated young people on the ground, who also see that development programs often promote “soft power”, such as good governance. But above all, young people need jobs, they want a secure future for their own families. Our medium-sized industry would be very well suited to cooperating with appropriate local partners in Africa. The diaspora could be a very good bridge builder here to encourage SMEs that are still a little hesitant to enter into business with partners in Africa.
Our African partners keep asking us: don’t see Turkey, China and India as competitors, rather see them as cooperation partners; contribute your German know-how to trilateral projects there, that could be productive.
As Germans, we shouldn’t overreach ourselves, but we shouldn’t be too modest either. African partners always find us too hesitant: “You have a good name, a high reputation, we would like to see more investment! “Made in Germany” is still very much in demand.

When it comes to economic cooperation, criticism of local political conditions is usually not far away. How do you see this connection?
New companies that produce abroad have to gain a foothold in African countries, they have to feel at home there, just as people feel at home in Romania or China. Let’s take Kenya or Rwanda, where the human rights cudgel always comes up. I know Rwanda a bit and have been there a few times since the end of the genocide. I realized that you have to see and understand each country in its own historical context. As Germans, we also claim this for ourselves. Rwanda has developed successfully since the genocide, even if many are critical of President Kagame’s iron hand.
Does this also apply to the new regimes in the Sahel region, Burkina Faso, Mali or Chad?
As far as the development of democracy is concerned, it is the decision of the people there. Through our cooperation, we not only have the opportunity to work with the central government of a country, but also with local structures. With those that are still functional. We had town and municipal partnerships with Burkina Faso, and the last Malian ambassador to Germany, Oumou Sall Seck, a very impressive woman, is now a minister in Mali. I would certainly consider maintaining contact with her, for example. We should not apply stricter standards to countries like Mali and Burkina Faso than we do to Saudi Arabia, for example.
You don’t have to give budget aid. I think it’s important to keep channels of communication open, to engage in scientific cooperation and to continue awarding scholarships. There are levels below government with which cooperation can be expanded. The main way to do this is through personal acquaintances, such as community, university or school partnerships, so that people come here and we go there.

Germany has often let France and the UK take the lead, and has done little independently in this region out of consideration for them. Now these nations, from Senegal to Mali, are saying goodbye to France. Danger or opportunity?
Germany and France are friendly nations, but when it comes to Africa policy, it is not advisable to become active there together with the French. African interlocutors also advise us to do so.
Consideration for European partners has long been a tradition; France and England were responsible for Africa in Europe, Germany for Eastern Europe; we must now break with this tradition.
It’s not about working together with the junta leaders. But people who work in structures far removed from the government can be supported and trained. Contacts should not be broken off completely. Parliamentarians, for example, can also play an important role here.

A major obstacle to exchange with Africa is the visa issue. Many Africans who want to visit Germany are confronted with a restrictive visa policy. Do you think this will change?
As DAS, we see this ourselves when we have guests from Africa who only have a visa for a limited, precisely defined period of stay. If something changes in the program, it is almost impossible for us to organize appointments beyond this period because the guests are not allowed to stay longer. This means we miss out on great opportunities. We scare away people who are actually positive towards us because we treat them with mistrust. This impediment to access for Africans due to a very restrictive visa policy is wasting great opportunities for a positive exchange. It also shows that we don’t have enough curiosity about our neighbors. This is a very unfortunate development and we urgently need to change this visa policy. This also includes reforming the recognition of qualifications acquired in other countries. Non-recognition is also a major obstacle when it comes to the immigration of experts.
Have you retained your optimism over the years?
Some people accuse me of being naively optimistic about Africa. There are certainly critical developments, Ethiopia could become a powder keg, Sudan with its armed conflict, the outbreaks of violence in eastern DR Congo, South Africa with its corruption – I don’t want to deny that at all. I believe that society, the citizens there, must ensure that things change on the ground. I am always skeptical when people call for democracy everywhere; for me, the rule of law is much more important. That all people are equal before the law. Democracy in the true sense of the word means that the majority determines how this is done in a wide variety of electoral procedures – just look at the different procedures in Germany, France and England, for example. The constitution of states is also different: there are centralized states, federal states and we still have monarchies in Europe. These are all things that the people there have to decide for themselves. We don’t always have to think that we have to demand “democracies” there. The citizens have to do that themselves. I remain optimistic that this will succeed.
Brief
Dr. Uschi Eid, President of DAS
Dr. Uschi Eid was a member of the German Bundestag for 20 years, Parliamentary State Secretary in the Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) (1998 – 2005) and Chancellor Schröder’s Personal Representative for Africa. She spent three years working in Eritrea and has been President of DAS since 2015.
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