santrofi
Popkultur/Pop culture

Highlife Now: Santrofi aus Ghana

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Mário Pires
FMM2019-Santrofi, flickr

You can sing -I can sing -You can dance-I can dance

Santrofi ist eine relativ neue Gruppe junger Musiker aus der ghanaischen Hauptstadt Accra, angeführt von Bassist Emmanuel Ofori (bekannt aus Pat Thomas & Kwashibu Area Band & Ebo Taylor). Die Band bildet ein neues Highlife-Kraftpaket, bestehend aus herausragenden Talenten und spielt diesen wunderschönen Up-Tempo– und Synthesizer-Stil, der Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde. Rhythmen, Melodien und Sprachen vermischen sich nahtlos, mehrere Gitarren, groovige Basslinien, traditionelle ghanaische Percussion, einzigartige Hornarrangements und Backing Vocals erzeugen eine Kongenie, ich spitze, schwingende, frische und tropische Klänge. Die Band hat verschiedene Sänger, und verschiedene Sänger wechseln sich vor dem Mikrofon ab. Darüber hinaus tauschen die Multi-Instrumentalisten während ihres Konzerts Instrumente aus.

Santrofi bezeichnet auch ein legendäres Wesen aus den Mythen der westafrikanischen Akan: ein seltener, farbenprächtiger Singvogel mit vier Flügeln, den man nicht jagen durfte. Solche Bilder liebt die Band. Auch ihr jüngster Hit „Alewa (Black and White)“ spielt damit: Alewa ist in Ghana auch ein Karamellbonbon, in dem weiße Milch und Schokolade in einander fließen.

Aber „Alewa“ ist auch ein Symbol dafür, dass Santrofi für die Vielfalt der ghanaischen Kultur steht. Die acht Musiker kommen aus verschiedenen Städten des Landes und in ihrer Musik wird die popmusikalische Vergangenheit des Landes in die Gegenwart geholt.

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Mário Pires
FMM2019-Santrofi, flickr

Highlife, der Sound aus der Vergangenheit

“Ghana is one of the richest places when it comes to music, but we lost it all, so we want to bring it back.” Emmanuel Ofori

Schon in  jungen Jahren hat Emmanuel Ofori mit Ebo Taylor und Pat Thomas gespielt, heute macht er mit Rapper Sarkodie Musik. Alle seine Mitmusiker haben ebenfalls schon als Teenager mit den Legenden des ghanaischen Highlife wie Gedu-Blay Ambolley gespielt. Highlife ist ihre Musikschule.

Ab den Zwanzigerjahren wurde Highlife zur dominierenden Popmusik von Ghana. Vor allem an der Küste des treffen verschiedene Kulturen aufeinander. Das führte dazu, dass sich die einheimischen Klänge und afrikanischen Poly-Rhythmen mit Musik aus aller Welt  vermischte – mit Bläsern und Gitarren. Call and Response, das klassische Element des Gesangsaufbaus seit dem Gospel, findet sich nun auch wieder in der modernen Version des Highlife á la Santrofi.

Der Name „Highlife“ deutet an, dass dieser Sound in der Anfangszeit nur für die gehobenere Gesellschaft zu hören war. Santrofi mischen dabei Highlife mit Soul, Afrobeat oder Jazz. Dazu nehmen sie auch andere traditionelle ghanaische Musikstile wie Nwomkro aus Kumasi und westafrikanische Tanzmusik auf.

 

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Mário Pires, FMM2019-Santrofi, flickr

Aber „Alewa“ ist auch ein Symbol dafür, dass Santrofi die Vielfalt der ghanaischen Kultur abbildet: Die acht Musiker kommen aus verschiedenen Städten des Landes und in ihrer Musik wird die popmusikalische Vergangenheit des Landes in die Gegenwart geholt.

Ein Jammer, daß auch diese großartige Band vom Festival-Bann durch Corona getroffen wird. Sie sind live noch besser als auf Platte. Dort spielen sie alle Stärken einer mehrköpfigen Highlife-Band aus. Absolut sehenswert. Bald wird es hoffentlich wieder Auftritte geben. Dann darf der farbenfrohe Vogel wieder sein Gefieder zeigen. Santrofi!

3 Kommentare

  • terry

    Die sind toll. Jab sie live gesehen. Kann ich nur empfehlen. Komisch. Kennt kaum jemand. Egal. Unbedingt weiterempfehlen!

  • ZiontrainB

    Kann mich Terry nur anschließen. Ein Jammer, daß sie jetzt kaum zu sehen sind Eine der besten Neuen Bands aus Westafrika. Pardon, scheiß Corona!

  • joshxx

    Santrofi sind jetzt schon Kult. Da gibts auch schon Berichte drüber. Im BR hab ich was gesehen. Die kommen also langsam im Bewußtsein an:)

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