out of africa
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Out of Africa_aus afrikanischer Sicht

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out of africa_Film Still

 

Jenseits von Afrika (Originaltitel: Out of Africa) erschien 1985 in den Kinos. Der US-amerikanische Spielfilm von Sydney Pollack ist mit  Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen besetzt. Der Film gewann  sieben Oscars. Er basiert auf Episoden aus dem Leben der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen, wie sie diese in ihrem autobiografischen Roman Afrika, dunkel lockende Welt von 1937 und ihren Briefen geschildert hat. In der westlichen Wahrnehmung fungierte Blixen als moderne Frau, die ihrer Zeit voraus war und sich über Konventionen, auch der kolonialen hinwegsetzte. Afrikas Sicht auf den Film ist aber eine andere.

Als ich den Film dieser Woche, Out of Africa (1985), für unsere Serie Africa on Film rezensierte, fragte ich mich, worüber ich schreiben würde. Viele Leute tun sich mit diesm Film immer noch schwer, aber ich konnte nicht sofort erkennen, was es ist. Die grandiosen Sets des kolonialen Kenia zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind erfreulich, und Meryl Streep’s Performance als holländische Baronin, Karen Blixen, ist auf dem richtigen Weg. Nachdem ich zum zweiten Mal das Ende des Films erreicht hatte, erkannte ich, dass gerade die eleganten Kostüme, aufwendigen Sets und weiten Landschaftsaufnahmen des Films problematisch sind. Der kunstvolle Umgang mit der kolonialen Vergangenheit verschleiert die hässlichen Realitäten des Kolonialismus. Out of Africa behauptet eine Art fortschrittliche Politik auf rassische und kulturelle Dominanz durch sein führendes weisses Paar, Robert Redford und Streep, aber der koloniale Rahmen ist immer noch sehr präsent.

Karen Blixen and Denys Finch Hatton

 

 

Redford spielt Denys Finch Hatton, einen Naturliebhaber, Großwildjäger, der eine sensible Art hat, die Einheimischen und das Land zu verstehen . Mit seinem Massai-Begleiter führt Hatton das Publikum durch den wunderschönen unberührten Busch Afrikas. Als unser Führer fungiert Hatton als die Linse, durch die das westliche Publikum das koloniale Kenia betrachtet. Solange er mit den Eingeborenen freundlich ist und das Land respektiert, müssen wir nicht anerkennen, was der Kolonialismus wirklich war. Gerade die weitläufige afrikanische Landschaft aus der Sicht von Hattons Flugzeug bildet einen Puffer zwischen Publikum und kolonialen Realitäten. Streeps Charakter zelebriert frühen Feminismus. Sie ist stolz und weiß, wie sie allein auf ihrer Farm für sich selbst sorgen kann (die Darstellung ihrer Unabhängigkeit steht im Widerspruch zu den Einheimischen, denen sie hilft). Blixen ist schön, kleidet sich gut und weiß immer noch, wie man einen Löwen erschießt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Frau ist ein Spektakel und Projektion all der unrealisierten Träume der amerikanischen Frau. Diese Darstellung der Weiblichkeit ist der zentrale Grund, warum ich nicht sehen konnte, was an diesem Film falsch war. Die Nostalgie, die ihr Charakter für eine Zeit kreiert, in der eine elegante, starke weiße Frau eine Farm in Afrika führen könnte, vertuscht die Hässlichkeit dieser Idee. Sie untergräbt wichtige koloniale Wahrheiten, wie die Tatsache, dass ihreStärkeoder ihr Privileg auf der kolonialen Ordnung beruht. Hattons Sensibilität und Blixens Feminismus, kombiniert mit großartiger Kinematografie und wunderschönen Sets, schaffen eineemotionale und logische Blockade“ (um einen Freund von mir zu zitieren) zwischen Publikum und Kolonialismus. Glänzend, blockiert, maskiert oder verdeckt, ist Out of Africa ein Nostalgie-Stück für eine Zeit, in der Weiße in Afrika regierten.

 

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Blixen Museum Nairobi, von Alexander Leisser – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48055837

 

Allison Swank

Übersetzung HH

Der Beitrag ist Teil einer Reihe über „Afrika im Film“ von Sean Jacobs

https://africasacountry.com/2010/07/africa-on-film-out-of-africa

 

 

 

 

Ein Kommentar

  • JennyO

    Aus heutiger Sicht ein krasser Fall von Rassismus, will ich sagen. Weisse herrschen über Schwarze. Vermeintliches Gutmenschentum bestärkt hier nur die Abhängigkeit in Form des Kolonialismus.
    Aber war das auch die Ansicht von Tanja Blixen? Ich muś das Buch mal lesen. Der Film bleibt schön an det Obetfläche. Ist mir ein Rätsel, wie der so erfolgreich sein konnte.

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